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Reflect Everyday

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Nachdem sich die Initiative Design Everyday bisher vor allem mit der Perspektive der Designschaffenden befasst hat, soll künftig verstärkt auch der Zugang von Herstellern und Produzenten beleuchtet werden. Sophie Wittmann (Trewit) und Stefan Ehrlich-Adám (EVVA) waren unsere ersten Gesprächspartner:innen. Die Gespräche führte Sabine Dreher (Liquid Frontiers).

Die Interviews zum Nachlesen:

Interview mit Sophie Wittmann (Trewit)

Sophie Wittmann (*1992) hat im Jahr 2020 gemeinsam mit ihren Brüdern, Max und Rudi, das 1879 im oberösterreichischen Scharnstein gegründete Familienunternehmen übernommen. Seither firmiert der auf Massivholz spezialisierte Handwerksbetrieb mit einem Schwerpunkt im Bereich Serienfertigung nach Maß unter dem Namen Trewit.

Im Gespräch mit Design Everyday reflektiert sie, welche Rolle die Zusammenarbeit mit Designer:innen in der Ausrichtung des Unternehmens spielt.

Design Everyday: Euer Unternehmen blickt auf eine lange Tradition zurück und verfügt dementsprechend über eine vielseitige Expertise in der Herstellung von Möbeln. Unter welchen Umständen kommt es zur Zusammenarbeit mit Designer:innen?

Sophie Wittmann: Es gibt unterschiedliche Hintergründe, die zu Kooperationen führen. Manchmal kommt jemand mit einem Entwurf auf uns zu und dann ist es meist eine produktionstechnische Frage, ob und wie das Projekt zu uns passt. Da wir Massivholz verarbeiten, spielt einerseits die Materialität und andererseits die Konstruktionsweise eine entscheidende Rolle. Seit aber meine Brüder und ich den Betrieb 2020 übernommen haben, können wir Kooperationen mit Designer:innen besser planen und auch proaktiv angehen. Wir gehen auf Designstudios zu und geben konkrete Entwürfe in Auftrag.

DE: Kannst du eine konkrete Zusammenarbeit näher beschreiben?

SW: Die Kooperation mit dem Designer Robert Rüf zum Beispiel hat sich zufällig ergeben. Beim Neubau der Patscherkofelbahn haben die Architekten Innauer Matt schon frühzeitig mit der Bauherrenschaft fixiert, dass die mobile Innenarchitektur für die Gebäude eigens entwickelt wird. In der Geschichte der Architektur hat es solche Konstellationen immer wieder gegeben, in der jüngere Vergangenheit aber sind sie rar geworden und man greift eher auf industrielle Serienprodukte zu.

DE: Welcher Mehrwert entsteht durch diesen ganzheitlichen Zugang in der Gestaltung?

SW: In dem Fall erstreckt sich die Möbelfamilie über viele Elemente; vom Barhocker über den Tisch, Stehtisch, Servierwagen bis zum Schiständer wurde die lose Möblierung bis ins letzte Detail mitgestaltet. Dieser Perfektionismus ist im Gesamtkonzept spürbar. Was aber einen weiteren interessanten Aspekt ausmacht, ist die Tatsache, dass sich das Zusammenspiel von Architektur und Möbelgestaltung aus zwei unterschiedlichen Handschriften ableitet. Robert Rüf ist kein Architekt, sondern Industriedesigner. Er hat den Entwurf von Innauer Matt gekannt und dazu ein passendes Mobiliar entworfen, das aber stilistisch durchaus in Kontrast zur Architektur steht. Daraus ergibt sich eine gewisse Spannung. Das Mobiliar verkörpert eine Eigenständigkeit, die aber dennoch das Gesamtbild komplettiert.

DE: Eine Herangehensweise, bei der schon in einer frühen Phase unterschiedliche Expertisen zusammenkommen, schreckt manche ab, weil sie befürchten, dass die Kosten und er Zeitrahmen explodieren. Wie kann man sich diesen Prozess auf Augenhöhe vorstellen?

SW: Das Zeitmanagement ist ein ganz essentieller Punkt, weil die Feedbackschleifen Raum brauchen. Erstserien gehören sehr genau geplant. Dafür müssen Schablonen hergestellt und Maschineneinstellungen justiert werden. Man muss die Möbel Schritt für Schritt über Prototypen entwickeln und kann nicht mit einem Entwurf gleich in die Produktion gehen. Wir erstellen Muster und nehmen Sitzproben, ziehen den Prozess schrittweise durch. Wir beginnen mit einem Arbeitsmodell, dann folgt eine Musterserie bevor sämtliche Einstellungen für die Produktion freigegeben werden. Erfreulich an dem Projekt war, dass wir trotz der Entwicklungskosten des Designs unter den veranschlagten Gesamtkosten für das Mobiliar geblieben sind. Wir haben nicht nur das interne Budget unterschritten, sondern konnten auch im Branchenvergleich mit Serienmöbeln in dieser Holzart mithalten. Unsere Erfahrung zeigt, dass man ab einer Stückzahl von 100 ein solches Projekt durchziehen kann, vorausgesetzt man hat die Affinität zu dieser Vorgehensweise.

DE: Kannst du mit Blick auf euer Geschäftsmodell eine Größenordnung zwischen dem Anteil an Kollektionen und dem Anteil an Sonderanfertigungen vergleichen?

SW: Das kann man schwer in Prozentanteilen ausdrücken, weil die Verteilung stark im Wandel ist. Wir merken, dass unsere Kollektionen immer stärker nachgefragt werden, weil sie einfach schön gestaltet sind. Dieses Segment ist sehr stark in Entwicklung.

DE: Wie gestaltet ihr die Zusammenarbeit rechtlich und wirtschaftlich?

SW: Wir bevorzugen Lizenzverträge mit Tantiemen gegenüber einer einmaligen Abgeltung, denn es ist schwer vorauszusagen, wie sich ein Produkt entwickelt.

DE: Du hast erwähnt, dass ihr inzwischen auch aktiv auf Designer:innen zugeht, um bestimmte Projekte zu entwickeln, die euch besonders wichtig vorkommen. Habt ihr aktuell etwas Spezielles in der Pipeline?

SW: Ja, wir freuen uns extrem über ein Projekt, das wir soeben mit Vandasye gestartet haben. Dabei geht es um einen Proben- bzw. Orchesterstuhl für Musiker:innen. Ein weiteres sehr spannendes, funktionales Möbel, bei dem wir bereits in der Vorentwurfsphase sind, entwickeln wir gemeinsam mit den Designerinnen von Lucy D und – weil das Projekt einen starken Polsteranteil hat – mit einem zusätzlichen Partner, Joka. Im Frühherbst folgen die Entwürfe und ich bin zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr erste Prototypen sehen werden.

DE: Seit 2020 firmiert ihr unter dem Namen Trewit. Was ist neu an diesem Auftritt?

SW: Der Wandlungsprozess zieht sich bereits über einen längeren Zeitraum und wir leben ihn inzwischen schon so sehr, dass wir zuletzt den Eindruck hatten, nur noch den Namen und die Sprache im Auftritt zu ändern. Im Unternehmen bleibt vieles gleich; die Qualitäten des Traditionsbetriebs sind unser Nährboden für die Zukunft. Gleichzeitig drückt der Name eine Haltung aus, die wir verstärkt an den Tag legen. Dazu gehört das Commitment zur Gestaltung und gegenüber der Ökologie. Wir haben uns seit langem dem Massivholz verschrieben. Das klingt per se schon nachhaltig, aber hier gibt es noch viele Kanten, die man schleifen muss, um das Thema generell überzeugend nach außen zu tragen. Der neue Auftritt soll noch stärker ausdrücken, was uns ausmacht und wer wir sind.

DE: Du leitest inzwischen das Unternehmen mit deinen beiden Brüdern? Wie sind eure Kompetenzen verteilt?

SW: Trewit leitet sich aus dem Familiennamen Wittmann ab. Er bezieht sich aber auch auf den berühmten Trevi-Brunnen in Rom, bei dem sich drei Wege aus unterschiedlichen Richtungen kreuzen und sich dadurch ein besonderer Ort ergibt. Auch wir sind sehr unterschiedlich, nicht nur im Charakter, sondern auch in unseren Werdegängen. Max, mein älterer Bruder, der die Produktion leitet, ist eigentlich Maschinenbauer. Ich selbst habe eine wirtschaftliche Ausbildung und erst später den Wunsch entwickelt, ins Unternehmen einzusteigen. Rudi, mein jüngster Bruder, hat sich bereits in der HTL auf Holz spezialisiert, dann aber noch einen Abschluss auf der Kunstuniversität Linz gemacht. Bei uns kommen der technische Hintergrund von Max mit meiner wirtschaftlich-kommunikativen Ausrichtung und dem kreativ-künstlerischen Zugang von Rudi zusammen. Uns alle verbindet das Handwerk.

Fotos: Trewit

Trewit
Wittmann GmbH
Mühldorf 4
4644 Scharnstein

www​.tre​wit​.at

Interview mit Stefan Ehrlich-Adám (EVVA)

Stefan Ehrlich-Adám (*1964) leitet gemeinsam mit seiner Frau Nicole seit 1999 das Familienunternehmen EVVA Sicherheitstechnologie GmbH, das 2019 sein einhundertjähriges Bestehen in Wien feiern konnte. Mit Niederlassungen in zehn Ländern und einem weltweiten Vertriebsnetz ist EVVA einer der führenden Unter-nehmen für die Herstellung von Zylinderschlössern und Schließsystemen.

Mit Design Everyday spricht er über die Wirksamkeit von Design bei einem Produkt, das nur wenig Raum für sichtbare Gestaltung zulässt.

Design Everyday: Schließsysteme sind eine althergebrachte Technologie, die tagtäglich in Gebrauch ist, die sich aber auch ständig wandelt. Was bedeutet diese Dynamik für Ihr Unternehmen?

Stefan Ehrlich-Adám: EVVA ist ein Unternehmen, das aus der klassischen Welt der Mechanik kommt, das sich in dieser Welt seit vielen Jahrzehnten zu Hause fühlt und das die Welt der mechanischen Schlösser laufend weiterentwickelt. Bis vor etwa 30 Jahren basierte der überwiegende Teil der Schließzylinder-Technologie auf einem Patent aus dem Jahr 1865. In den letzten zwanzig Jahren aber wurden einerseits neue Wirkmechanismen erfunden und andererseits veränderte der Einzug der Elektronik die Branche maßgeblich. Unser Anliegen ist es, auf der einen Seite hochsichere, qualitativ hochwertige Zylinderschlösser zu entwickeln, die aber gleichzeitig einen gewissen Komfort bieten sollen.

DE: Welche Rolle spielt die Formgebung in der Entwicklung von Schließsystemen?

SEA: Design war immer ein wichtiger Faktor. Die alten, relativ großen Hangschlösser repräsentierten Attribute wie groß, mächtig, schwer. Die moderne Entwicklung aber geht in Richtung Miniaturisierung, wobei der Raum für den Wirkmechanismus in einem Zylinder relativ begrenzt ist. Die große Herausforderung besteht darin, auf kleinstem Volumen möglichst viel sinnvolle Technologie einzubauen. Dadurch wird der Raum für Designelemente kleiner. Was für die Gestaltung bleibt, ist das Medium, sei es ein Schlüssel, eine Chipkarte, ein Code-Träger oder eine Kombination dieser Elemente.

DE: Können Sie erklären, wo bei einem technologisch so komplexen Produkt die Designer ins Spiel kommen?

SEA: In der Welt der Mechanik spielt der Patentschutz eine sehr große Rolle. Damit unsere Entwicklungsinvestitionen zurückfließen, erhalten wir als Hersteller über eine gewisse Zeit ein exklusives Fabrikationsrecht. Das heißt, wir müssen unsere Systeme entweder regelmäßig mit neuen patentwürdigen Merkmalen ausstatten, oder wir müssen gleich ein technologisch komplett neues System aufstellen. 2021 haben wir Anfang Juni ein System auf Basis einer komplett neuen Plattform gelauncht. Daran haben wir ca. drei Jahre gearbeitet. Gestalterisch wurde mit der Schlüsselform, mit der Reide und der Art, wie die Prägungen angeordnet sind, erst im letzten Drittel der Entwicklungsphase gespielt. Die Form der Reide suggeriert die Art der Benützung. Ein Wendeschlüsselsystem, bei dem man den Schlüssel in beide Richtungen einsetzen kann, verlangt eine symmetrische Reide. Ein Schlüsselsystem, bei dem man den Schlüssel nur in eine Richtung einstecken kann, verlangt eine asymmetrische Reide, damit man intuitiv weiß, wie der Schlüssel ins Schloss gesteckt wird. Neben funktionalen Aspekten geht es darum, gestalterische Elemente zu finden, die das Produkt im Vergleich mit alten Systemen einerseits besonders ansprechend machen und andererseits eine gewisse Markenwiedererkennung zulassen.

DE: Welche Bedeutung haben stilistische Trends und Zeitgeist dabei?

SEA: Design hat ein Zeitelement. Früher war der Schlüssel ein Instrument, um die Türe zu öffnen, heute ist ein Schlüssel per se schon etwas Besonderes. Ideal wäre es, würden wir dorthin kommen, wo allein schon das Hinlegen des Schlüssels auf einen Tisch einen besonderen Eindruck macht. Ich finde es spannend, das Design ein Produkt so ansprechend machen kann, dass sich alle sofort verlieben. Spannend ist der Prozess, wie es unserem Industriedesigner gemeinsam mit dem Marketing gelingt, das Design mit einer Story zu verknüpfen.

DE: Holen Sie für diesen Prozess externe Kräfte hinzu?

SEA: Seit etwa zehn Jahren haben wir eine sehr gute Kooperation mit Georg Wanker, einem Industriedesigner aus Graz, der schon einige Produkte mitgestaltet hat. Früher hat unser Chef-Entwickler nach der Entwicklung des Produkts zehn Reiden gezeichnet und wir haben in einem kleinen Team abgestimmt, welche wir nehmen. Heute ist der Prozess professioneller und gesamtheitlich gestaltet. Die Message des Produkts wird gemeinsam mit dem Marketing entwickelt.

DE: Ihre neues System Akura 44 hat starke Identitätsmerkmale. Was steckt dahinter?

SEA: Es ist unser erstes Produkt, mit starken Widererkennungsmerkmalen, aus denen wir eine Produktfamilie generieren wollen. Bisher galt, dass ein neuer Schlüssel immer ganz anders ausschauen sollte, als der Vorläufer. Heute lautet der Anspruch, dass es vom Design her ein Widererkennungsmerkmal gibt, dass ein EVVA-Produkt ausweist. Das ist ein erster Schritt und ich bin schon gespannt, was die nächsten sein werden.

DE: Welchen Einfluss auf Ihre Entwicklungen haben die Möglichkeiten der berührungslosen Schließsysteme, für die ich kein Medium mehr, sondern nur noch eine App auf dem Smart-Phone benötige, um eine Tür zu öffnen?

SEA: Das ist kein Widerspruch. Wir schaffen es bereits, dem Gedanken folgend »best of both worlds« die beiden Welten zu kombinieren, indem wir einen Schlüssel auch mit einem elektronischen Chip ausstatten. In Zukunft werden die beiden Welten in der Produktentwicklung frühzeitiger ineinandergreifen und eine gemeinsam Formensprache entfalten. Bei unserer nächsten elektronischen Generation spielt das Design von Anfang an eine wichtige Rolle. Wir wissen ungefähr, welchen Raumbedarf wir für unsere Elektronik benötigen und müssen überlegen, wie wir die Systeme in den Schließzylinder aber auch in den Türbeschlag integrieren können. Das heißt, es ist viel sichtbarer und wir haben mehr Platz, um Formensprache nützen zu können. Künftig ist Design auch deshalb von Anfang an ein wichtiger Faktor, weil wir die Gestalt des Beschlags von vornherein mitbestimmen wollen, weil und das auch frühzeitig die Herstellungskosten mitbestimmt.

DE: Was bedeuten die immer kürzeren werdenden Produktzyklen für Ihre Branche?

SEA: Die maximale Dauer eines Patentschutzes beträgt zwanzig Jahre. Daher müssen wir nach 12 bis 15 Jahren ein Nachfolgeprodukt oder ein neues System entwickeln. Dies gilt insbesondere in der Welt der Mechanik. In der Welt der Elektronik haben die Komponenten eine Lebenszeit von etwa zehn Jahren. Durch diese kürzeren Zyklen werden wir gezwungen, Redesigns schneller durchzuführen und die Elektronik neu zu adaptieren und u.U. auch leicht umzugestalten. Wir sind heute öfter gefordert, uns mit der Produkt-entwicklung auseinander zu setzen als in der Vergangenheit.

DE: Beschleunigen die Erkenntnisse aus der Pandemie diese Dynamik?

SEA: Heute setzt man sich noch mehr mit berührungslosen Systemen auseinander. Sie bieten mehr Komfort und sind daher im Trend. Wenn ich einen Zylinder mit dem Handy aufmachen kann, ist das praktisch, weil man das Handy immer dabei hat; den Schlüssel kann man eher verlieren als das Smartphone. Allerdings ist in jedem Schließsystem am Ende der Kette ein mechanisches Glied. Elektronisch erfolgt die Identifikation und auch eine Authentifizierung, die den Sperrmechanismus freigibt. Daher muss insbesondere die Mechanik immer sicher und verlässlich gestaltet sein. Der Anteil an Elektronik wird wachsen und die Systeme durchdringen, aber Elektronik wird nie die Welt der Schlüssel zur Gänze ersetzen.

DE: Wie begegnen Sie dem Wettbewerb auf den globalen Märkten?

SEA: Wir sehen einen großen Unterschied zwischen der europäischen Sichtweise und anderen Ländern wie den USA oder Asien. Die komfortgetriebenen dezentralen Systeme fassen dort schneller Fuß. Wenn man sich jedoch das Design anschaut, kommt man zur Einschätzung, dass sich in Europa viele Produkte niemand an die Türe schrauben würde, weil sie formal nicht passen. In USA und Asien steht die Funktionalität im Vordergrund, während in Europa der Designanspruch höher zu sein scheint. Das wird sich wahrscheinlich noch ändern, aber derzeit spielt Design in Europa eine viel größere Rolle.

DE: Wie erklären Sie das?

SEA: Die Europäer haben einen anderen Zugang. In Italien etwa gibt es Dutzende Hersteller von Drückern, die alle bemüht sind, ein schönes Design zu machen. Allein in Deutschland gibt es große Hersteller, die auch in der Welt der Architektur einen Namen haben. In Amerika findet man das nicht. Das ist das Schöne an Europa, dass wir auch mit der Erscheinung punkten wollen. Es geht nicht nur um das Funktionale, sondern man möchte sich mit Dingen umgehen, über die man sich täglich freut, wenn man sie sieht.

DE: Sie sind u.a. Obmann der Sparte Industrie der WKO und Mitglied im Wiener Präsidium der Industriellenvereinigung. Welche Relevanz besitzt Design für die Industrie?

SEA: Das ist schwer zu sagen, weil es hier keinen branchenübergreifenden Ansatz gibt. In manchen Branchen spielt es eine untergeordnete Rolle, im Maschinenbau stehen Funktionalität und Technik im Vordergrund. Es macht einen Unterschied, ob es sich um Alltagsprodukte handelt, mit denen täglich zehntausende Menschen in Kontakt kommen oder um eine Maschine, die von nur ganz wenigen Spezialisten bedient wird und die niemand sieht. Design ist ein unterstützendes Element. Es kann in die falsche Richtung gehen, wenn die technische Qualität eines Produkts durch nicht ansprechendes Design in den Hintergrund rückt. Das soll nicht sein, aber Design hat das Potential, den Verkaufswert eines Produkts zu steigern.

Fotos: Bernhard Schramm, EVVA

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